Umbau 2-Familienhaus, Mainz

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Das Haus steht in der Nähe des historischen Ortskerns von Bretzenheim. In diesem Gebiet gibt es keinen Bebauungsplan, jedoch unterliegt es einer Gestaltungssatzung. Diese regelt die Gestaltung der Fassade, der Dachaufbauten und der Materialität des Daches.

Das um die Jahrhundertwende 1800/1900 gebaute Haus wurde ursprünglich als Einfamilienhaus genutzt. Das Haus wurde in der damals üblichen Konstruktionsweise errichtet. Ziegelsteinwände als Außen- und Innenwände, die Kellerdecke in Ortbeton / Stampfbeton, die restlichen Decken als Holzbalkendecken. Die Konstruktion des Daches ist aus Holz.


Ursprungszustand


Das Haus konnte grundsätzlich bewohnt werden. Jedoch war das Haus in einem modernisierungsbedürftigenden Zustand, sowohl die Technik, wie auch alle sichtbaren Materialien. Darüber hinaus war die Raumaufteilung veraltert und es gab nur ein Bad im Obergeschoss.


Umbaumaßnahmen


 

 

Das als Einfamilienhaus genutzte Haus sollte zu einem 2-Familienhaus umgebaut werden. Dafür musste das Haus großflächig entkernt und umgebaut werden. Das heißt, der lose, alte Wandputz und alle anderen, alten Wandbeläge (z.B. Fliesen) wurden entfernt. Es wurden einige tragende und nicht tragende Wände entfernt, was eine statische Berechnung voraussetzt. Darüber hinaus wurden die Holzbalken der Decke OG und die Holzbalken zum Spitzboden freigelegt bzw. die Decke zum Spitzboden geöffnet um ein größeres Raumgefühl zu bekommen. Das Erdgeschoss wurde zum Treppenhaus hin abgetrennt, um ein Appartement zu schaffen. Für den neuen Eingang wurde eine neue Türöffnung gelegt. Im Erdgeschoss gab es Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit. Hier wurden die Wände bis in die erforderliche Höhe abgedichtet und ein mineralischer Aufbau eingebracht. Es wurde darüber hinaus ein neuer Bodenaufbau eingebracht (Abdichtung, Trittschalldämmung, neuer Estrichbelag). Danach wurden die Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen nach den entsprechenden Plänen bzw. Absprachen mit den Bauherren eingebracht. Auf der Straßenseite durfte durch die Gestaltungssatzung keine Aussendämmung aufgebracht warden. Die alte Ziegelsteinfassade sollte und musste sichtbar bleiben. Entsprechend wurden auf der Strassenseite hochwertige mineralische Innen-Dämmplatten aufgebracht, um Tauwasserbildung, das Gebäude zu dämmen und Tauwasserbildung zu verhindern. Nach Rohinstallation der Technik wurden die Wände verputzt und die Balkenzwischenräume bzw. die Dachschräge mit Gipskartonplatten verkleidet. Parallel zu diesen Arbeiten wurde eine Außen-Fassadendämmung auf der Hausrückseite ausgeführt und das neue Dach mit Dacheindeckung und Spenglerarbeiten für die Gauben aufgebaut (anthrazitfarbenes Stahlblech). Die neuen Bäder im Erdgeschoss und im Dachgeschoss wurden durch Stellen von Gipskartonwänden vorbereitet. Weiterhin wurden die Bäder gefliest, die Feininstallation von Sanitär- und Elektroanlage ausgeführt, die Wände, und der Trockenbau fertiggestellt, mit Malerflies tapeziert und mit einem warmen Eierschalenweiß gestrichen. Die alte Treppe wurde restauriert und geölt, wie auch der original Dielenboden. Zum Schluss wurde eine Industrie-Glaswand als Trennung zwischen Flur und Wohnzimmer eingebaut. Nach Beendigung des Projektes waren alle Gewerke wie Dach, Fassade, Elektro, Heizung/Sanitär, Fenster und Verputz bzw. Trockenbau, Wand- und Bodenbeläge erneuert.


Einrichtung und Stil


Die Stilrichtung des Hauses ist rustikal-modern oder  industriell-modern. 

Die alten Dielen, die Fliesen, die Industrie-Glaswand und das Freilegen der Holzbalken wirken rustikal & industriell. Die glatte und weiße Füllung der Zwischenräume wirkt modern.

Das Haus ist hell und freundlich, zeigt Kontraste und Qualität in der Materialität, Struktur und im Raumgefühl.

Die Bauherren bewiesen bei der Entscheidungsfindung einen guten Blick für Gestaltung.